„Trois Pièces pour les Temps nouveaux“

In seinen „Trois Pièces pour les Temps nouveaux“ („Drei Stücke für die neue Zeit“) begibt sich Frank Heckel „von archaischen Äonen zu unbekannten Ufern neuer Zeiten zur unzerstörbaren Utopie zauberhafter Zukunft“, wie er in seinem Kommentar zum Werk beschreibt. Entstanden sind drei „Stücke mit unterschiedlichem Charakter, Stil und Schwierigkeitsgrad“, so Heckel weiter. Den Beginn macht „Et exspecto …“, das mit seinem Titel auf die lateinische Zeile „Et exspecto resurrectionem mortuorum“ („Wir erwarten die Auferstehung der Toten“) Bezug nimmt: die freudvolle Hoffnung auf ewiges Leben. Mysteriös beginnt diese Musik mit einer feinen, fast zerbrechlichen Textur, „kristallin und schimmernd“, wie in der Partitur angeregt wird. Lebhafte Toccata-Passagen, wie sie seit Jahrhunderten zum festen Ausdrucksrepertoire der Orgel gehören, bilden dazu wirkungsvolle Kontraste. Auch wenn später der bekannte gregorianische Choral über „Dies Irae“ („Tag des Zorns“) angestimmt wird, scheinen die Schrecken des Todes und das drohende Jüngste Gericht nur eine ferne Vision. Im zweiten Stück, einer ruhigen und ausdrucksstarken „Méditation“, sinniert eine Solostimme über weich dahinperlenden Begleitstimmen: ein Lied ohne Worte, versöhnlich und pur, das die Stimmung bereitet für die abschließende „L`Ascension“ („Auferstehung“). Hier zeigt sich in einer musikalischen Erzählung mit mehreren Episoden, die wie ein Prisma an unterschiedlichen Empfindungen vorüberziehen, nicht zuletzt die reiche Erfahrung, die Frank Heckel in seiner künstlerischen Laufbahn auch mit den suggestiven Mitteln der Filmmusik gesammelt hat.

Dr. Anna Vogt

Frank Heckel

Frank Heckel, 1964 in Frankfurt am Main geboren, ist als Komponist, Dirigent und Orchestrator für Film und Konzert tätig und arbeitet u.a. für Arte, ZDF und den WDR. Er ist zudem Experte für die Musiknotations-Software Steinberg DORICO und hat einen Lehrauftrag für Filmmusik am SAE Institute in Frankfurt am Main inne. Seine Originalwerke und Arrangements wurden u.a. vom WDR Funkhausorchester, dem Deutschen Filmorchester Babelsberg und dem hr-Sinfonieorchester aufgeführt oder eingespielt. Frank Heckel studierte Komposition und Dirigieren in Hamburg und Frankfurt am Main und hat sich u.a. darauf spezialisiert, Rock- und Popwerke für sinfonische Besetzungen zu arrangieren und Klavierwerke früherer Komponisten exakt in deren Personalstil zu orchestrieren.