„Skulp“

Mit kindlicher Neugierde stürzt sich die 1986 geborene Kathrin A. Denner auf musikalisch inspirierendes Material – und kreiert daraus klanglich ausgereifte Kompositionen mit ungeheurer Suggestionskraft. Das gilt auch für „Skulp“, ihren Beitrag zum Projekt „Orgelmusik in Zeiten von Corona“, den die Komponistin als „zartes Klangflächenstück aus feinen Grundton- und Oberton-Strukturen mit kurzen fragmentarisch-melodischen Einschüben“ charakterisiert. Das Stück kann als eine Art „Slow Music“ beschrieben werden – indem es kontemplativ in einem tiefgründigen Sinne ist: „Es ist sehr langsam zu spielen und entfaltet sich durch seine Instrumentation, in feinen Schwebungen, Klangfarben und Nuancen.“ „Skulp“ ist eine puristische und doch vielschichtige Klangskulptur, zusammengesetzt aus endlos miteinander verbundenen Liegetönen, die Ewigkeit symbolisieren und mit ihren graduellen Veränderungen doch eine unaufhaltsame Entwicklung verkörpern. Wie ihr Lehrer Wolfgang Rihm versteht es die Komponistin, Komplexität und Einfachheit sinnlich zu verbinden: beziehungsreich und klar, vielfältig und doch geradlinig. „Ich liebe die konzentrierte Aktion des Materials“, bekennt Kathrin A. Denner – und lässt diese Liebe in „Skulp“ von der Orgel konzertieren, die sich hier auf eine sinnlich-ästhetische Reise zur Entdeckung der Langsamkeit aufmacht.

Dr. Anna Schürmer

Kathrin A. Denner

Als Komponistin ist Kathrin A. Denner in zahlreichen Genres tätig: Das Werkeverzeichnis der 1986 in Bad Brückenau in Unterfranken geborenen Künstlerin umfasst Solowerke, Kammermusik, Ensemblestücke sowie Werke für Chor, Orchester und Computermusik. Denner studierte Trompete, Musiktheorie und Komposition in Saarbrücken, Karlsruhe und Freiburg. Neben ihrer Tätigkeit als freischaffende Komponistin ist Denner auch als Dozentin an den Musikhochschulen in Karlsruhe und Trossingen tätig. Sie ist Preisträgerin u.a. des Deutschen Musikwettbewerbs 2013 und des Deutschen Musikautorenpreises der GEMA.