„Orgelmesse“

Sein Interesse gilt der Musik und Spiritualität; in seiner „Orgelmesse“ verbinden sich die zwei Sphären zu einer höheren Botschaft: „Corona ist die Zeit, in der Gesang verstummt“, stellt Dominik Susteck fest und schlussfolgert: „Die Orgel muss die Messe ‚singen‘.“ Über einem tiefen Cis erheben sich im „Kyrie“ in den höheren Registern mysteriöse Stimmen in Terzen; strahlende Akkordpatterns und tremolierende Linien bestimmen das „Gloria“, während das „Credo“ zwischen extremen Tonhöhen aufgespreizt wird; im abschließenden „Sanctus“ gehen kraftvolle Akkordfolgen und fließende Tonserien eine irisierende Liaison ein. Angereichert wird die ohnehin schon virtuose Partitur noch durch performative Aktionen und abenteuerliche Geräusche: „Rasseln und Rappeln, Trakturen, Knistern und Flackern, Glockengeläut“ erweitern das tradierte Ausdrucksspektrum und die Spieltechniken des Instruments. Mit seiner „Orgelmesse“ beweist Dominik Susteck, dass er nicht nur ein herausragender Interpret ist; indem er das Repertoire seines Instruments beständig erweitert und innovativ bereichert, zeigt der langjährige Organist der Kölner Kunst-Station Sank Peter, der 2021 den Fachbereich Kirchenmusik am Erzbistum Paderborn übernimmt, dass er auch als Komponist alle Register zu ziehen versteht.

Dr. Anna Schürmer

Dominik Susteck

1977 in Bochum geboren, studierte Dominik Susteck Kirchenmusik, Komposition, Musiktheorie und Orgel in Essen, Köln und Saarbrücken. Zudem schloss er 2008 ein Schulmusikstudium mit dem zweiten Staatsexamen ab. Als Organist wirkte er 2007 bis 2021 u.a. am Kölner Zentrum für zeitgenössische Kunst, Musik und Literatur „Kunst-Station Sankt Peter“. Er spielte zudem zahlreiche Uraufführungen und machte sich mit modernen Improvisationskonzerten einen Namen. Für seine CD-Einspielungen mit überwiegend zeitgenössischer Musik bei den Labels WERGO und Querstand erhielt er u.a. zwei Preise der deutschen Schallplattenkritik. Lehrtätigkeiten an den Hochschulen Essen, Düsseldorf, Weimar und Köln begleiten sein künstlerisches Schaffen. Seit 2021 leitet Susteck das Referat für Kirchenmusik im Erzbistum Paderborn.